Der CLC Hörraum
Der CLC Hörraum

Der CLC Hörraum

Ende 2021 erhielten wir die Möglichkeit zusätzliche Räume im Erdgeschoß anzumieten:

Optimierung der Nachhallzeit

Der neue Hörraum (Büro 2) hat einen L-förmigen Grundriss, einen Laminatboden, ist fast 48 m² groß und hat eine abgehängte Akustikdecke: so hofften wir ohne zusätzliche Maßnahmen unterhalb von 500 Hz eine geringe Nachhallzeit erreichen zu können. Eine erste Nachhallzeitmessung im „Rohbauzustand“ sah so aus:

Der Ausgangszustand (c02, schwarze Kurve) liegt unterhalb von 630 Hz im empfohlenen Korridor für HiFi-Wiedergaberäume von 134 m³ Volumen. Darüber steigt die Nachhallzeit deutlich an, weil dort die Akustikdecke (die insbesondere im Bereich der menschlichen Sprache wirken soll) zunehmend reflektiert.

Durch provisorisches Aufhängen eines Vorhangs (300 gr/m², c03, magentafarbene Kurve) konnte gezeigt werden, dass diese Maßnahme die Nachhallzeit im Bereich oberhalb von 630 Hz deutlich reduziert.

Zunächst wurde nur das untere Fenster mit einem akustisch wirksamen Vorhang ausgestattet und 2 große und ein kleines Regal vor die Wände gestellt. Diese wurden unterschiedlich nur etwa zur Hälfte gefüllt und sollen so als große Diffusoren wirken. Dies reduzierte die Nachhallzeit jedoch noch nicht genug, und so wurde auch das rechte Fenster mit einem akustisch wirksamen Vorhang ausgestattet. Schließlich musste auch noch der Bereich links vom unteren Fenster mit einem Vorhang versehen werden, außerdem wurde nach ersten Hörversuchen ein Absorber auf der rechten Wand angebracht, um die erste Reflexion zu reduzieren und so die Ortung zu stabilisieren.

Damit ergab sich dann folgende Nachhallzeit:

Die Nachhallzeit verläuft nun von 100 Hz bis 10 kHz zwischen 0.377 und 0.193 sec (Mittelwert 0.298 sec, Standardabweichung +/- 0.05 sec) und damit weitgehend am unteren Rand (= grüne Kurve) des empfohlenen Bereichs. Dann folgte eine Menge Arbeit, für die sich fleißige Helferlein maßgeblich ins Zeug legten und sich über mehrere Entwicklungsstufen letztlich der neue Hörraum ergab.

Einfluss der Lautsprecher- und Hörposition

Durch den unsymmetrischen, L-förmigen Raum und die unsymmetrische Aufstellung der Lautsprecher ist ein unsymmetrisches Verhalten im Bassbereich zu erwarten, was grundsätzlich wünschenswert ist.

Im Mittel-/Hochtonbereich wäre eine symmetrische Aufstellung in einem symmetrischen Raum ideal, aber dort kann man durch Anbringen von Absorbern und/oder Diffusoren dafür sorgen, dass die Reflexion an der Seitenwand reduziert bzw. „verschmiert“ wird und so die negativen Auswirkungen einer unsymmetrischen Aufstellung reduziert werden

In jedem geschlossenen Raum gibt es durch Reflexionen an den Begrenzungsflächen Mehrfachreflexionen, wodurch sich manche Frequenzen am Hörplatz addieren („aufschaukeln“), während sich andere Frequenzen subtrahieren („auslöschen“), siehe auch Der Raum, oder warum stehen die Wellen hier herum?. Bei einem symmetrischen raum und symmetrischer Aufstellung würde diese Effekte bei beiden Lautsprechern bei derselben Frequenz mit derselben Stärke auftreten und sich so besonders deutlich ausprägen. Bei einer unsymmetrischen Aufstellung treten diese Effekte bei beiden Lautsprechern nicht bei derselben Frequenz und/oder mit derselben Stärke auf und prägen sich daher nicht so deutlich aus.

Bei aktuellen Musikstücken wird der Bassbereich fast immer in der Mitte abgemischt, unter anderem damit die Wiedergabe Mono-kompatibel ist. Dadurch ist im Bassbereich nicht der Frequenzgang des linken oder rechten Lautsprechers alleine wichtig sondern vor allem der Frequenzgang bei gemeinsamer Wiedergabe, wenn beide Lautsprecher dasselbe Signal bekommen. Hier mal der Frequenzgang der Dutch & Dutch 8c vor und nach Raumeinmessung:

Und so sieht die für beide Lautsprecher identische Entzerrung aus:

Eine manuelle Raumentzerrung jedes Lautsprechers einzeln ist kritisch, da neben der Amplitude auch die Phase berücksichtigt werden muss: selbst wenn beide Lautsprecher einzeln einen perfekt linearen Frequenzgang hätten kann der Summen-Frequenzgang trotzdem stark schwanken.

Nur gute automatische Einmesssystem wie z.B. Dirac schaffen es, dass sowohl der einzelne Lautsprecher als auch beide Lautsprecher zusammen einen linearen Frequenzgang haben:

DD8c korr
Dutch & Dutch DD8c im CLC mit Korrektur und Raumkorrektur Dirac

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